Klimawald
In der Gemeinde Bönebüttel wurde am Zusammenfluss von Brammerau und Schwale Mitte März 2026 ein ganzer, neuer Wald gepflanzt. Ein weiterer Klimawald als bunter Laubmischwald im Norden.
Auf der rund 1,8 Hektar großen Fläche, die die gemeinnützige Stiftung Klimawald erwerben konnte, haben rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Förde Sparkasse mit ihren Familien gemäß des Mottos „Gemeinsam Zukunft pflanzen.“ zum Spaten gegriffen und die Bäume zusammen mit den Ehrenamtlichen der Stiftung Klimawald gepflanzt.
Am 21.03.2026 wurde am Mövenwischredder in Bönebüttel die Aktion punktgenau am Internationalen Tag des Waldes (ausgerufen von der UN / FAO) durchgeführt. In kleinen Teams organisiert brachten die fleißigen Helferinnen und Helfer insgesamt 7.500 Setzlinge in die Erde und damit es schon in diesem Frühjahr grünt und blüht wurden u.a. am Waldrand Schlehen und schwarzer Holunder gesetzt. Die Gesamtkosten für das Entstehen des Klimawaldes, die Entwicklung als Smarter Klimawald und die auf 20 Jahre ausgelegte Pflege des neuen Waldes belaufen sich auf mehr als 80.000 Euro und wurden von der Förde Sparkasse mit einer großzügigen Spende übernommen. „Ich freue mich sehr, dass so viele Kolleginnen und Kollegen mit ihren Familien und Freunden mit angepackt haben, um diesen Klimawald entstehen zu lassen“, so Peter Moll, Vorstandsvorsitzender der Förde Sparkasse. „Das zeigt einmal mehr, dass Nachhaltigkeit für uns alle ein echtes Herzensthema ist, bei dem sich viele selbst engagieren.“
Besonders innovativ: Der Klimawald wird als sogenannter „Smarter Klimawald“ wissenschaftlich begleitet. Gemeinsam mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE) und der ETH Zürich sollen regelmäßig Daten erhoben und ausgewertet werden. Dafür werden zahlreiche Sensoren installiert, die regelmäßig Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Bodenfeuchte messen. Über eine digitale Kamera soll die Entwicklung des Klimawaldes perspektivisch auch öffentlich nachverfolgt werden können. Die Finanzierung dieser innovativen Ergänzung erfolgt durch eine Partnerschaft mit der Stiftung Klimaschutz Nord.
Es wird ein bunter Laubmischwald entstehen, in dem zufünftig u.a. Stieleichen, Hainbuchen, Winterlinden, Flatterulmen aber auch Erlen und Eschen wachsen werden. Besonderen Augenmerk hat die Stiftung Klimawald auf blühende Bäume und Pflanzen gelegt, denn auch die Insektenwelt soll besonders von diesem neuen „blühendem Klimawald“ profitieren. Deswegen werden blühende Sträucher wie Schlehen, Hasel, Pfaffenhütchen und Holunder am Waldrand gepflanzt.
„Ein Klimawald ist ein Bürgerwald – gemeinsam gepflanzt und für alle Bürgerinnen und Bürger frei begehbar.“, erklärt Alf Jark von der Stiftung Klimawald. „Neue Wälder sind nicht nur ein Gewinn für die Natur und uns Menschen, sondern auch lebendiger Klimaschutz. Denn beim Wachsen entziehen Klimawälder der Atmosphäre auf ganz natürlichem Weg Kohlenstoffdioxid (CO2) und binden den Kohlenstoff in der zuwachsenden Holzmasse. Das hilft den Klimawandel etwas abzubremsen“, ergänzt das Vorstandsmitglied der Stiftung Klimawald.
Wie der Vorstand weiter erläutert, steht der Klimawald von Beginn an allen Interessierten offen, auch für eine Erkundungstour, zum Genießen oder auch für ein kleines Picknick. Deswegen ist im Schutzzaun, der nach rund 10 Jahren zurückgebaut werden wird, extra eine große selbstschließende Klapptür eingebaut worden.
Die gemeinnützige Stiftung Klimawald ist eine Bürger-Mitmach-Stiftung, die komplett ehrenamtlich arbeitet, mit Sitz in Schleswig-Holstein. Sie pflanzt mit Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger sowie verantwortungsvoller Unternehmen neue Wälder, die sie Klimawälder nennen.
Neue Wälder gehören zusammen mit den Mooren zu den besten kontinentalen Kohlenstoffsenken und damit sozusagen zu den natürlichen Klimaschützern. Denn die Kohlenstoffsenkenleistung, die durch die Fotosynthese und das zuwachsende Holz in neugepflanzten Wäldern entsteht, ist beachtlich. Über den Zeitraum eines Baumlebens entziehen bereits 10 Quadratmeter neu gepflanzter Wald der Atmosphäre eine Tonne reines Kohlendioxid (CO2)! Das entspricht der gleichen Menge CO2, die ein PKW mit rund 6 Litern Verbrauch je 100 Kilometern auf einer Strecke von ca. 7.000 Kilometern ausstößt. Deswegen ist jeder Klimawald auch ein CO2-Fänger, Kohlendioxid-Speicher / eine Kohlenstoffsenke und natürlicher, wachsender, schöner Klimaschützer. Neuen Wald zu pflanzen heißt auch in Verantwortung für kommende Generationen zu handeln.
Mehr Infos zur Stiftung, Mitmach-Möglichkeit, allen Klimawäldern und zur Neuwaldbildung unter www.stiftung-klimawald.de .